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Habt ihr euch schon gefragt, welche Kuh sich auf dem Titelbild des Blogs von mir streicheln lässt? Es ist Krone, die „alte Dame“ meiner Herde. Grau sind meine Mädels allerdings alle. Und das aus gutem Grund.

Als ich den Hof vor 20 Jahren von meinem Großonkel übernommen habe, hatte er klassisches Braunvieh. Ich habe dann auf die Rasse Fleckvieh umgestellt – auch diese Rasse ist, wie das Braunvieh, für die Milchproduktion sehr gut geeignet. Doch das Tiroler Grauvieh hat mich schon immer fasziniert. Auch wenn Grauvieh nur etwa zwei Drittel der Milchleistung von Fleckvieh bringt, habe ich mich dafür entschieden, auf diese uralte, traditionsreiche Rasse umzusteigen.

Uralte, bodenständige Rasse
Meine sieben Mädels sind genügsam und widerstandsfähig. Grauvieh gibt es in Tirol schon seit vielen Jahrhunderten, deshalb ist es perfekt an die eher harten Bedingungen in den Alpen angepasst. Spannend finde ich, dass der Ursprung der Grauvieh-Vorfahren, dem sogenannten Torfrind, schon auf 1000 vor Christi zurückgeführt werden kann.

Beliebt war die Rasse früher vor allem, weil sie sowohl eine gute Fleisch- als auch Milchqualität liefert – perfekt für die bäuerlichen Familien, die im Gebirge damals meist als Selbstversorger lebten.

Da wir darauf heute nicht mehr angewiesen sind, ist mir vor allem wichtig, dass die Kühe pflegeleicht sind. Grauvieh ist ein bisschen kleiner als andere Rassen und sehr angenehm im Umgang. Wie beim Menschen gibt es nämlich auch bei den Kühen temperamentvollere und ruhigere Charaktere.

Hübsche Mädels
Sie sind aber nicht nur nett, sondern meiner Meinung nach auch besonders hübsch. Grauvieh ist für mich die schönste Kuhrasse der Welt, das steht fest. Welches Tier trägt denn sonst schon „Lidschatten“? Anhand der typischen Zeichnung und ihrer Kopfform kann ich meine Kühe auch auf den ersten Blick auseinanderhalten. Ist euch zum Beispiel aufgefallen, dass auf diesem Bild eine andere Kuh an mir „knabbert“? Das ist Stern, nicht Krone!

 

Heumilchkuh_mit_Bauer

 

Die Kühe haben oft nicht nur im Gesicht – an den Augen, dem Maul und auch den Hörnern – eine dunkle Zeichnung, sondern auch am Hals, den Schultern und Schenkeln. Die Brust ist hingegen meist heller. So unterscheiden sich die Mädels alle ein bisschen und sorgen dafür, dass mein Alltag zwar grau in grau, aber trotzdem bunt ist!

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