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Franziska (29) und Peter Lassacher (28) sind von der Silo- auf die Heuwirtschaft umgestiegen. Im Gespräch auf ihrem Hof in St. Michael im Lungau berichten sie stolz über ihr Trocknungssystem, das über die eigene Photovoltaikanlage betrieben wird.

Heumilchbauer_Lungau

„Das ist eines der Kernstücke unserer Heutrocknungsanlage“, erklärt Peter Lassacher und zeigt auf einen riesigen Ventilator, der unterhalb des Heubodens installiert ist. „Dieser Lüfter hat 15 kW und sorgt gemeinsam mit dem Luftentfeuchter im oberen Stockwerk dafür, dass unser Heu ideal getrocknet wird.“ Seit 2017 ist die Trocknungsanlage am Sticklerhof auf 1300 m Seehöhe im Einsatz – die Heuqualität hat seither um ein Vielfaches zugenommen. „Und auch die Lebensqualität“, ergänzt Franziska Lassacher. Wie meint sie das?

Die Entscheidungsfindung

Peters Eltern – Katharina (52) und Peter senior (61) – waren Silobauern. Als vor fünf Jahren die Entscheidung anstand, entweder weiter in die Silowirtschaft zu investieren oder auf Heuwirtschaft umzusteigen, war die Antwort relativ rasch klar. „Wir haben uns in der Familie intensiv mit unseren Erfahrungen und den Vorzügen und Nachteilen der Wirtschaftsweisen in unserer Höhenlage auseinandergesetzt“, berichtet Peter senior. „Dann haben wir eine genaue Kalkulation aufgestellt, bei der die Heuwirtschaft eindeutig besser abgeschnitten hat“, ergänzt Peter junior, der seit 2019 der Betriebsführer am Sticklerhof ist. Neben den wirtschaftlichen Vorteilen waren laut Franziska auch Faktoren wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Tierwohl für die Entscheidung ausschlaggebend. „Wir haben die Variante mit den besten Zukunftsaussichten gewählt“, ist die junge Mutter überzeugt.

Effizient und umweltfreundlich

Die Lassachers haben sich nach eingehender Analyse und Beratung für ein System der Losetrocknung mit Luftentfeuchter und Dachabsaugung entschieden, das über zwei Geschoße in das bestehende Stallgebäude integriert ist. Getrocknet wird das Heu in einer Trocknungsbox, deren Boden aus einem Rost besteht. Unterhalb des Rostes wird angewärmte Luft vom Ventilator eingeblasen, die sich auf dem Weg durch das Trockengut mit Feuchtigkeit anreichert und danach über einen Luftentfeuchter wieder dem Kreislauf zugeführt wird. Der Luftentfeuchter auf dem Sticklerhof ist besonders großzügig dimensioniert, was eine raschere Trocknung ermöglicht. Auch die Boxenwände sind zum Teil isoliert, was den Entfeuchter zusätzlich unterstützt. „Der Clou ist aber, dass bei uns die Energie zum Betreiben der Anlage mittlerweile von der In-Dach-Photovoltaikanlage kommt“, erklärt Peter stolz. Dabei ersetzen die Solarmodule die Dacheindeckung. Die Warmluft, die darunter entsteht, wird für die Heutrocknung abgesaugt. Das wiederum kühlt die Photovoltaikanlage, die dadurch mehr leisten kann. Ein besonders effizientes und umweltfreundliches System also!

Heumilchbauer_Trocknungsanlage

 

„Ich bin von der Leistung der Trocknungsanlage und besonders von der hohen Heuqualität begeistert“, bestätigt Peter, der weit weniger Kraftfutter zukaufen muss, als dies früher der Fall war. Selbst etwas feuchteres Grünfutter – in diesen Höhenlagen keine Seltenheit – kann heute eingefahren und innerhalb von 70 bis 80 Stunden zu bestem Heu getrocknet werden. „An ein solches Szenario war in Silozeiten nicht zu denken“, erinnert sich Franziska.

Der Duft nach Heu
Durch die Trocknungsanlage ist der Aufwand mit der Heuernte geringer – seit dem ersten Schnitt von 2017 wollen sie weder die jungen Heumilchbauern noch Peters Eltern missen. Ebenso wenig den angenehmen Duft nach Heu, der den Hof seit Umstellung der Wirtschaftsweise umweht – und die Zeitersparnis. „Es bleibt jetzt mehr Zeit für andere Dinge“, meint Peter. Denn zu tun gibt es am Hof freilich genug. Insgesamt gilt es, 20 Heumilchkühe in Kombinationshaltung zu versorgen, über 30 ha Grünland in Steillage zu pflegen und laufende Forstarbeiten zu erledigen. Bei der Wartung sämtlicher technischer Geräte, Werk- und Fahrzeuge hilft Peter die Ausbildung zum Mechaniker und sein Interesse „am Basteln an Maschinen“.

Heuduft

 

Franziska ist außerdem Betriebsführerin am „Greisgut“, einem Bergbauernhof im 25 km weit entfernten Lessach, wo 15 Stück Jungvieh untergebracht sind. Und auch um die Direktvermarktung von hofeigenen Produkten kümmert sich die Heumilchbäuerin. Die gemeinsame Freizeit gehört in erster Linie den beiden kleinen Töchtern Theresia und Magdalena. „Unsere größte Freude ist es, die beiden gesund und fröhlich auf unserem Hof aufwachsen zu sehen – sie sind die Kernstücke unseres Glücks, das wir jetzt noch öfter genießen können.“

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