Nachhaltig in Haus & Stall: Wie Heumilchbäuerin Katharina Energie und Ressourcen spart

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Nicht nur ihre fünf Mädchen halten Heumilchbäuerin Katharina in Bewegung– mit 18 Heumilchkühen mit eigener Nachzucht, 200 Hennen, Muttersau Elsa, ihren Ferkeln und einem Hofkater ist auf dem Geisbichlgut in Salzburg immer etwas los! Der jungen Heumilchbäuerin gelingt es auch mit Großfamilie und Landwirtschaft, Energie und Ressourcen zu sparen und ihren Alltag nachhaltig zu meistern.

 

Das Tageslicht gibt den Rhythmus vor: Wenn über den winterlichen Grünlandwiesen im Norden Salzburgs die Sonne scheint, liefert die Photovoltaik-Anlage am Dach genügend Strom für alle Bewohner des Geisbichlgutes. „Egal ob Wäsche waschen oder kochen: Alles, was viel Energie braucht, erledige ich so oft es geht um die Mittagszeit. Die PV-Anlage produziert dann auch bei trübem Wetter genügend Strom,“ berichtet Katharina von ihrem Tagesablauf. Manche Tätigkeiten lassen sich jedoch nicht an die wenigen hellen Stunden der kurzen Wintertage anpassen. Die Milch im Tank muss rund um die Uhr gekühlt und das Licht beim Gang in den Stall eingeschaltet werden – bis die Sonne aufgeht. „Wenn es hell wird, arbeiten wir mit natürlichem Tageslicht weiter. Der einfachste Tipp, um die Sonne im Stall gerade im Winter voll auszunutzen, lautet meiner Meinung nach: regelmäßig Fenster putzen!“, lacht Kathi und fügt hinzu, dass diese Arbeit meist ihr Mann Jakob übernimmt. Beheizt werden Kuh- und Hühnerstall nicht. Durch gute Isolierung und die Körperwärme der Tiere ist es dort auch im Winter ausreichend warm.

Heumilch mit Kuh und Katze

Gemeinsam klug wirtschaften

Das Haus der siebenköpfigen Familie wird im Winter mit einer Stückholzheizung einmal täglich eingeheizt. Im Alltag setzen Katharina und ihr Mann eher auf Althergebrachtes denn auf Hightech – auch, um Kosten zu sparen, die in einer Großfamilie gut kalkuliert werden müssen. „Wir brauchen von vielen Dingen natürlich mehr als andere – zum Beispiel allein drei Kilogramm Karotten pro Woche für die Jausen für die Mädchen,“ rechnet die 5-fach-Mama vor. Aber auch dafür findet Kathi kostengünstige und nachhaltige Lösungen.

In Kathis Freundes- und Bekanntenkreis gibt es viele Landwirtinnen und Landwirte, die unterschiedlichste Lebensmittel produzieren. „Im Laufe der Zeit haben wir uns ein Netzwerk aufgebaut, in dem wir selbst unsere Produkte anbieten und gleichzeitig viele Lebensmittel regional einkaufen können. Grundnahrungsmittel wie Mehl kaufen wir in 25kg-Säcken, Kartoffel werden im Keller eingelagert. Am Geisbichlgut selbst produzieren wir verschiedenste Heumilchprodukte wie Joghurt und Käse, Eier, Rind- und Schweinefleisch sowie Äpfel. Was wir sonst brauchen, versuche ich möglichst saisonal zuzukaufen“, erzählt Katharina.

Heumilch Frischkäse

Was jetzt und für die Zukunft zählt

Zurzeit kocht die Heumilchbäuerin viel mit Kohl, Wirsing und Kraut. Und sie achtet darauf, Verpackungsmaterial zu vermeiden. „Bei vielen Nahrungsmitteln sorgt die aufwändige Verpackung für einen höheren Preis. Hier zu sparen, macht für mich absolut Sinn,“ ist sich Kathi sicher. Sie denkt aber auch an die Zukunft ihrer fünf Mädchen: „Ich möchte nicht, dass sie mich in einigen Jahren Fragen: ‚Mama, warum habt ihr nur so viel Müll produziert?‘ Dadurch fällt es mir leichter, öfters innenzuhalten und streng mit mir selbst zu sein. Mich zu fragen, ob ich das jetzt wirklich brauche,“ gewährt Katharina einen Einblick in ihre Gedankenwelt.

Mädchen mit Heumilchkuh

Wenn es dann doch einmal pro Woche in den Supermarkt geht, verbinden Katharina oder ihr Mann die Autofahrt meist mit dem Weg in den Kindergarten oder die Schule. Die Großfamilie hat nur ein Auto, viel wird mit dem Rad erledigt – „oder wir bilden Fahrgemeinschaften mit anderen Familien“, erzählt die Heumilchbäuerin. Ressourcen zu sparen, ist ihr auch hier wichtig. Nicht nur, um die Umwelt zu schonen, sondern auch um mehr Zeit für die Dinge zu haben, die ihr wichtig sind. Aktuell nimmt sich Katharina noch viel Zeit für ihr jüngstes Kind, das vergangenen Sommer zur Welt kam. Ab nächsten Frühling will sie sich wieder mehr ihrer Tätigkeit für „Schule am Bauernhof“ und als Seminarbäuerin widmen. Noch heuer steht ein Backkurs für Weihnachtskekse auf dem Programm – natürlich mit regionalen Heumilchprodukten.

Katharinas Tipps auf einen Blick:

  • Saisonal und in größeren Mengen einkaufen
  • Grundnahrungsmittel einlagern
  • Ab Hof oder am Bauernmarkt einkaufen
  • Verpackungsmaterial vermeiden
  • Sich im Freundes- und Bekanntenkreis zusammenschließen: Wer hat Zugang zu regionalen Lebensmitteln oder produziert selbst? Können größere Mengen ab Hof gekauft und dann geteilt werden? Tausch-, Leih- und Mitfahrbörse einrichten
  • Regelmäßig Fenster putzen 🙂

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