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Der Winter kann kommen: Bei Heumilchbäuerin Magdalena Kriechhammer im Salzburger Land ist der Heuboden gefüllt mit duftenden Gräsern und Kräutern, die über den Sommer geschnitten und getrocknet wurden. Aus diesem reichen Vorrat wird in den kommenden Monaten der Speiseplan für die Heumilchkühe und das Jungvieh zusammengestellt. Denn nicht jedes Tier bekommt das gleiche Futter!

 

„Die Qualität des Heus hat man einfach im Gefühl!“, schmunzelt Magdalena auf die Frage, wie der individuelle Futter-Mix für die Kühe auf ihrem Bio-Heumilchbauernhof entsteht. Denn Heu ist nicht gleich Heu: Je nachdem, wann es geerntet wird, hat es unterschiedliche Qualitäten, die für Heumilchkühe, Jungtiere und trächtige Kühe individuell gemischt werden. Aber wie funktioniert das?

So wird Heu geerntet

Magdalena beginnt mit ihrer Erklärung am Anfang des Erntekreislaufes, im Frühling: „Der erste Schnitt – so wird das erste Mähen der Wiesen für das Heu bezeichnet – ist bei uns meist Mitte Mai. Ein gutes Zeichen, das es soweit ist, sind die Blüten des Löwenzahns. Wenn die Pflanze verblüht und sich die Kinder über Pusteblumen freuen, lässt sich das Gras leichter trocknen“, erzählt die junge Heumilchbäuerin, die der Liebe wegen zur Landwirtschaft gekommen ist (mehr zu Magdalenas Geschichte liest du hier). Bei der Heuernte hilft die ganze Familie, auch der Schwager und die Schwiegereltern packen mit an. Denn mit der Mahd ist die Arbeit noch nicht getan: Die Gräser und Kräuter bleiben etwa zwei Tage auf den Wiesen liegen und werden dabei gewendet. „Ganz vorsichtig, damit die ganze Frucht am Gras bleibt!“, wie Magdalena betont. Denn nur so wird das Heu optimal auf die weitere Trocknung vorbereitet und erreicht die höchste Qualität.

Gräser und Kräuter Heuernte

Schonende Heutrocknung

Dafür sorgt auch die moderne Trocknungsanlage, in denen den Gräsern und Kräutern nach dem Einholen drei bis fünf Tage lang schonend die Feuchtigkeit entzogen wird. Dabei wird die Sonnenenergie genutzt: Vom Dach wird warme Luft eingesaugt und in die Trocknungs-Boxen geblasen. Die Luft, die dann wieder nach oben steigt, wird entfeuchtet und abermals durch das wertvolle Futter geleitet. In der Anlage herrschen 30° bis 40° Celsius, der Prozess kann über das Smartphone überwacht und gesteuert werden. Danach kommt das getrocknete Futter zur Lagerung auf den Heuboden.

Reiche Auswahl für das Futter

Und hier, erzählt uns Magdalena, wird das Heu sozusagen „sortiert“. „Wichtig ist, dass die einzelnen Schnitte am Heuboden nicht vermischt werden, da sie einen unterschiedlichen Nährstoffgehalt haben. Im Frühling und Sommer sind die Struktur und der Eiweißgehalt der Gräser und Kräuter höher. Diese Schnitte versorgen die Heumilchkühe und das Jungvieh mit allem, was sie brauchen. Die Kühe, die gerade keine Heumilch geben, bekommen hingegen eher Heu aus dem Herbst-Schnitt, da dieser nicht so energiereich ist“, beschreibt Magdalena die Qualitäten der unterschiedlichen Schnitte. „Ich nehme bei der Fütterung also sozusagen immer eine Gabel von hier, eine von dort und ein bisschen von da, um für unsere Kühe die beste Mischung herzustellen,“ lüftet die Landwirtin das Geheimnis ihrer Fütterung.

Heuernte

Die Mischung macht‘s

Die Auswahl an unterschiedlichen Heuqualitäten, aus denen Magdalena wählen kann, ist groß: Durch die Lage ihres Bio-Heumilchbauernhofes im Salzburger Land sind – abhängig vom Wetter – bis zu vier Schnitte im Jahr möglich. Um ihren Kühen noch mehr Abwechslung zu bieten, werden auf den Weideflächen der Familie einige Kleegraswiesen gepflegt. Klee ist besonders eiweißhaltig und kann getrocknet unter das Futter gemischt. Das sorgt für Abwechslung im Trog der Heumilchkühe. „Es ist mir unglaublich wichtig, dass unsere Tiere nur das hochwertigste Heu bekommen!“, sagt Magdalena. Denn nur wenn sich die Kühe rundum wohlfühlen, geben sie auch die beste Milch, ist die Landwirtin überzeugt (hier erfährst du alles über die Vorteile der Heumilch).

 

 

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