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Die 24-jährige Heumilchbotschafterin Lena aus Leutkirch im Allgäu verbringt bereits den dritten Sommer in Folge auf einer Alpe in der Schweiz. Fünf Monate lang arbeitet sie dort täglich mindestens sieben Stunden im Stall, auf den Weiden und Feldern. Die Freude ist groß, denn „diese Arbeit ist nicht nur sinnvoll und stimmig, sie macht auch unglaublich zufrieden“, erzählt die junge Frau.

Wenn Lena Rief die Koffer packt, dann geht es nicht in einen kurzen Urlaub, sondern auf eine ausgedehnte Reise, die sie jeden Sommer in die Schweizer Bergwelt führt ­– in die Natur, zu ihrer „Zweitfamilie“, über 60 Kühen und auch ein bisschen zu ihr selbst.

Im Winter zu Hause, im Sommer auf der Alp

Je nach Witterung dauert der Sommer auf der Alp Winteregg von Ende Mai bis Mitte Oktober. Im Frühjahr heißt es also Abschied nehmen vom familieneigenen Heumilchbauernhof mit 25 Heumilchkühen, 15 Rindern und Kälbern, sechs verschmusten Katzen und Hof-Hund Fanny. Lenas Eltern führen den Betrieb im Vollerwerb, sie und ihre zwei Geschwister unterstützen nach Kräften. Denn Lena ist eigentlich in einer Physiotherapie-Praxis als Therapeutin und Gymnastiklehrerin tätig, parallel arbeitet sie als Telefonistin bei einer Bank. „Ich bin sehr froh, dass meine Arbeitgeber so flexibel sind. So kann ich im Winter zuhause arbeiten und im Sommer in den Bergen an der frischen Luft“, freut sich Lena. Auf diese Weise lässt sich das Beste aus beiden Welten kombinieren.

Lena_Heumilchbäuerin

Die große Freiheit

Denn die Sehnsucht nach den bunten Blumenwiesen und ruhigen Berggipfeln ist groß: „Jedes Mal, wenn wir losgehen auf die Alp, wenn die Glocken der Kühe zu läuten beginnen und es auch für sie kein Halten mehr gibt, dann geht mir das Herz auf!“, erzählt Lena voller Begeisterung vom Aufbruch auf eine der drei Berghütten, die ihr Zuhause auf Zeit sind. Winteregg ist eine dreistaffelige Alp, die inmitten der atemberaubenden Bergkulisse der Jungfrau-Region liegt. Das bedeutet, dass den Kühen mehrere Weidegebiete und den Menschen drei Unterkünfte zur Verfügung stehen. Wenn das Futter in einem Bereich aufgebraucht ist, ziehen Mensch und Tier weiter zur nächsten Hütte mit ihren saftigen Wiesen. Die Schweizer Familie, für die Lena arbeitet, ist ihr sehr ans Herz gewachsen. „Es war Liebe auf den ersten Blick. Schon meine Mama verbrachte in den 1990er-Jahren einen Sommer auf dieser Alpe. Es ist spannend, eine andere Tradition, eine andere Kultur der Landwirtschaft kennenzulernen. Und die Oma lässt es sich nicht nehmen, sogar meine Wäsche zu waschen,“ lacht Lena. Viel braucht sie in den Sommermonaten allerdings nicht: „Es tut gut, einmal mit weniger auszukommen und zufrieden zu sein mit dem, was man hat.“

Viel zu tun

Zufrieden ist sie auch mit der täglichen Routine, die Struktur und Klarheit ins Leben auf der Alpe bringt. Um halb fünf Uhr morgens beginnt Lenas Arbeitstag. Zuerst werden die Kühe von den Weiden zum Melken in die Ställe gebracht. Die Tiere können sich auch nachts auf der Alpe frei bewegen. „Ich habe das Gefühl, dass die Kühe das richtig genießen. Bei schlechtem Wetter gehen sie jedoch freiwillig in den Stall,“ schmunzelt Lena. Zwei Stunden dauert die Melkarbeit, nach dem Frühstück geht es dann auf die bergigen Wiesen. „Wir rüsten das Winterfutter, damit die Kühe auch in der kalten Jahreszeit genug Heu zu fressen haben. Mähen, rechen, einbringen – das kann schon bis zu sieben Stunden täglich dauern.“ Der Lohn sind nicht nur gut gefüllte Heustadel im Tal, sondern auch Wohlbefinden, sagt Lena. „Durch die körperliche Arbeit an der frischen Luft wird man super-fit und ist gestärkt für den Winter. Wenn ich nach dem abendlichen Melken ins Bett falle, schlafe ich – zum sanften Läuten der Kuhglocken – sofort ein.“

Nähe zum Tier

Wertvolle Auszeit

Zur Ruhe kommen, sich seiner selbst und der wichtigen Dinge im Leben bewusst werden: Diese Entschleunigung funktioniere auf der Alpe ganz automatisch, sagt Lena. Größer sei die Umstellung im Herbst, wenn es wieder ins Tal geht und der „normale“ Alltag beginnt: „Mir fällt es zu Beginn oft schwer, wieder in diesen hektischen Rhythmus hineinzufinden. Langfristig gesehen möchte ich deshalb wahrscheinlich stärker in unseren Familienbetrieb am Heumilchbauernhof einsteigen, aber das hat noch Zeit,“ blickt die Mit-Zwanzigerin in die Zukunft. Ob sie ihre Freunde, Partys und Urlaube im Sommer vermisst? „Viele Freunde kommen mich im Sommer ein paar Tage besuchen, und es gibt ja das Internet und soziale Medien, um Kontakt zu halten. Ich bin vor diesem Sommer-Job schon viel gereist und liebe Festivals. Gerade während Corona im vergangenen Jahr habe ich aber gemerkt, dass es gar nicht so schlimm ist, wenn solche Sachen einmal nicht stattfinden,“ berichtet die junge Frau. Am zufriedensten, sagt sie, sei sie sowieso in den Bergen, wenn die Arbeit des Tages getan ist und es allen Tieren gut geht.

Almwirtschaft_Allgäu

 

Warum geht es Heumilchkühen wie jenen von Lenas Eltern urgut? Erfahre mehr zu unserer Kuhwohl-Initiative: https://www.heumilch.com/heumilch/kuhwohl-initiative/

Du möchtest weitere Eindrücke vom Alp-Leben? Folge Lena auf Instagram: @rief.lena

Ein Sommerjob auf der Alm/Alpe ist dein Traum? Hier findest du offene Stellen in der Schweiz, Österreich und Südtirol: https://www.zalp.ch/index3.php?content=alpstellen-angebote

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