Urgut zur Natur durch nachhaltiges Handeln!

Nachhaltiges, auf Generationen aufgebautes Denken und Handeln prägen seit jeher die Heuwirtschaft. Dabei steht die Milchgewinnung mit lokal verfügbaren Ressourcen im Vordergrund.

Im Rahmen einer Studie wurde an der Universität für Bodenkultur in Wien die Wirtschaftsweise der Heumilchbauern analysiert und mit der industrialisierten Milchwirtschaft in Europa verglichen.

Die Ergebnisse zeigen auf, dass Heumilchbauern entscheidend zum Schutz der Umwelt und dem Erhalt der Artenvielfalt beitragen. Lebensräume werden durch die Arbeit gepflegt und wertvolle Ressourcen geschont.

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Ressourcenschonende Fütterung

Die BOKU-Studie zeigt, dass in der industrialisierten Landwirtschaft eine Kuh die Menge an Getreide frisst, von der sich drei Menschen ernähren können. Dabei kann eiweißreiche Nahrung wie Getreide, Soja und Mais auch direkt vom Menschen konsumiert werden.

Bei der Heuwirtschaft setzt man hingegen auf artgemäße Fütterung. Wiederkäuer wie Kühe benötigen diese Futterquelle zur Produktion von Milch und Fleisch gar nicht – sie können das Eiweiß und die Energie in Form von Gras und Heu direkt von der Wiese verwerten und gleichzeitig für den Menschen hochwertige Lebensmittel erzeugen. Die Heumilchbauern sagen deshalb: Den Kühen das Gras, den Menschen das Getreide!

Geringer Wasserverbrauch

Wasser ist die wichtigste Ressource für das Leben auf der Erde. Die Erhaltung und die Schonung werden immer wichtiger. Um den Wasserverbrauch von Produktionsprozessen und anderen menschlichen Aktivitäten sichtbar zu machen, haben Wissenschaftler in Anlehnung an den CO2-Fußabduck den sogenannten Wasserfußabdruck berechnet. Dieser zeigt an, wie viel Wasser für die Bereitstellung einer bestimmten Menge eines Produktes oder einer Dienstleistung direkt und indirekt verbraucht wird.

Das Ergebnis der BOKU-Studie zeigt, dass die industrialisierte Landwirtschaft einen rund dreimal so großen Wasserfußabdruck wie die Heuwirtschaft hat.

Förderung der Humusbildung

Nachhaltige Grünlandnutzung führt zu einem hohen Humusgehalt im Boden, welcher ein sehr guter Speicher für Kohlendioxid ist. Er bindet die im Boden liegenden enormen Mengen an CO2, die sonst in die Erdatmosphäre entweichen und den Klimawandel beschleunigen. Außerdem speichern humusreiche Böden mehr Wasser und können damit längere Trockenperioden überdauern.

Schutz vor Umweltkatastrophen

Durch regelmäßiges Mähen und Weiden entstehen gepflegte Wiesen mit kurzem Bewuchs. Zusätzlich sorgt die große Artenvielfalt auf den Wiesen, Weiden und Almen für einen tief verwurzelten Grasteppich, der auch ungünstigen Witterungsbedingungen standhält und Erdrutschen und Muren besser entgegenhalten kann.

Unbewirtschaftete Flächen mit langen, ungemähten Gräsern werden von der Schneelast zu Boden gedrückt und sind ideale Rutschrampen, auf denen sich Schneebretter leicht lösen und zur unberechenbaren Lawinengefahr werden können. Grünland mit kurzem Bewuchs kann den Schnee besser halten.

Schutz vor Verdunkelung

Heuwirtschaft erhält die besonderen Lebensräume der Bergregionen und damit die für den Menschen so wichtigen Naherholungsgebiete. Die BOKU-Studie ergab, dass Heumilchbauern im Verhältnis zur erzeugten Milchmenge bis zu drei Mal so viel an Wiesen- und Grünlandflächen wie die industrialisierte Landwirtschaft pflegen.

Es wird verhindert, dass sich der Wald willkürlich ausbreiten kann. Die Wege bleiben offen und der Weiterbestand von vielen seltenen Pflanzenarten kann ermöglicht werden. Ohne die wertvolle Arbeit der Heumilchbauern wäre unsere Kulturlandschaft in den Bergen innerhalb von 60 bis 80 Jahren aufgrund von Verdunkelung verschwunden.