Wertvolle Wiesen, Weiden und Almen: Wie der Boden der Heumilchbauern das Klima schützt

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Sie sind die wertvollste Ressource für nachhaltigen Heumilch-Genuss: Gesunde, im Sinne von Dauergrünland fortwährend bewirtschaftete Wiesen, Weiden und Almflächen speichern große Mengen Kohlenstoff, der nicht als klimarelevantes CO2 in die Atmosphäre entweichen kann. Neben der „grünen Lunge“ Wald leistet das Dauergrünland einen – vielen noch unbekannten – Beitrag zum Klimaschutz.

 

Unser Dauergrünland ist in wahres Wunder. Wenn es als Weide- und Mahdflächen genutzt und durch die Heumilchbäuerinnen und Bauern schonende bewirtschaftet wird, steigt der Humus-Gehalt im Boden ganz natürlich – je nach Standort auf bis zu 8 Prozent. Dieser besonders nährstoffreiche Boden bildet die Basis für ein gesundes Wachstum der Pflanzen und sichert eine Vielzahl von biologischen und ökologischen Bodenfunktionen. Dauergrünland ist aber nicht nur eine wertvolle Ressource für unsere Heumilchbäuerinnen und Bauern, sondern auch für den Klimaschutz. Während Böden durch intensive Bewirtschaftung an Fruchtbarkeit verlieren und immer „dünner“ werden, verhindern die natürlich bewachsenen Wiesen und Weiden, dass Nährstoffe verloren gehen.

Boden: Ein effektiver CO2-Speicher

Grünland gehört durch die hohe Bodenqualität zu den wertvollen CO2-Senken, also den Ökosystemen, die mehr Kohlenstoff aufnehmen, als sie abgeben. Dazu gehören unter anderem auch der Wald und Moore. In den oberen Bodenschichten bindet Grünland pro Hektar etwa ein Drittel mehr Kohlenstoff als Ackerböden. In den tieferen Bodenschichten der Wiesen und Weiden sogar mehr Kohlenstoff gespeichert wird als in einem durchschnittlichen Waldboden, nämlich 196 t C/ha. Waldboden speichert im Schnitt 191 t C/ha, Ackerflächen liegen bei 149 t C/ha. Der im Boden eingelagerte Kohlenstoff kann nicht in die Erdatmosphäre entweichen, es entsteht also kein klimarelevantes CO2. „Tief durchatmen“ kann man bei einer Wanderung also nicht nur im Dickicht des Waldes, sondern auch am Rand einer Heumilchwiese.

Grünland speichert CO2

Jeder Hektar hilft dem Klima

Die Futterflächen unserer Heumilchkühe haben vielfältige, wichtige Funktionen, die es zu bewahren gilt. Für lange Zeit wurde der Boden als eine unerschöpfliche Ressource betrachtet, die selbstverständlich und im Überfluss vorhanden ist. Diese Sichtweise führt dazu, dass jährlich riesige Flächen unwiederbringlich verloren gehen. Die landwirtschaftliche Nutzfläche reduzierte sich alleine zwischen 2012-2015 im Durchschnitt um rund 16 Hektar pro Tag – das sind rund 23 Fußballfelder!

Dauergrünland schützt das Klima

Diese Wirtschaftsweise hat Folgen: Böden in schlechtem Zustand können nicht nur weit weniger CO2 speichern, sie sind auch nicht so widerstandsfähig, wenn es zu Überschwemmungen oder Dürreperioden kommt. Gleichzeitig geht mit dem Verlust von Böden wertvoller Lebensraum für Insekten, Vögel und Niederwild verloren. Auf den Wiesen und Weiden der Heumilchbäuerinnen und Bauern hingegen finden Biene, Schmetterling und Hase Nahrung und Unterschlupf. Die Heumilchbauern tragen also auf vielfältige Weise zum Klimaschutz bei, indem sie

  • das Dauergrünland im Einklang mit dem Jahreskreislauf pflegen und erhalten
  • die Wiesen und Weiden mosaikartig bewirtschaften und somit die Artenvielfalt schützten
  • die wertvollen Böden gewissenhaft nutzen und so vor Bodenerosion schützen

So bleibt das wertvolle Grünland langfristig gesund und nährstoffreich – für die Heumilchkühe, die Umwelt und für kommende Generationen.

Infobox: Wie schützt das Grünland die Artenvielfalt? Erfahre mehr in unserem Artikel Wo es flattert, krabbelt und summt: Artenvielfalt im Dauergrünland

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