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Was gibt es Schöneres als eine ausgedehnte Wanderung durch leuchtend-bunte Herbstwälder, bei der man frische Luft atmen, die warme Sonne genießen und die Kuhglocken läuten hören kann? Damit die Idylle nicht zur Gefahrenquelle wird, geben wir dir die wichtigsten Tipps zum respektvollen Umgang mit Weidetieren mit auf den Weg.

 

Unterwegs in der Heumilchregion: Nicht zuletzt dank der traditionelle Wirtschaftsweise unserer Bauern sind die Berg- und Seengebiete im Alpenraum das ganze Jahr über beliebte Naherholungsgebiete. Blühende Almen und Wiesen sind aber nicht nur Balsam für die Seele, sondern auch wertvolle Weideflächen für Heumilchkühe, Ziegen und Schafe. So kann es auf vielen Wanderungen vorkommen, dass sich die Wege von Mensch und Tier kreuzen. Beachte diese wichtigen Tipps für ein harmonisches Miteinander.

Unser Tipp: Zahlreiche Routen für die schönsten Wanderungen zu jeder Jahreszeit findest du in unserer Blog-Rubrik Nachhaltig leben.

Ruhe und Respekt

Kühe lieben das gemächliche Leben und sind unter normalen Umständen nur schwer aus der Ruhe zu bringen. Trotzdem kann es vorkommen, dass sie Menschen als eine potenzielle Gefahr wahrnehmen, speziell wenn Jungtiere dabei sind. Triffst du bei einer Wanderung auf einzelne Kühe oder eine ganze Herde, bleibe ruhig und ermögliche es ihnen, dich aus der Entfernung wahrzunehmen. Da die Tiere ein anderes Sichtfeld haben als wir Menschen, kann es sein, dass sie erschrecken, wenn du „plötzlich“ vor ihnen stehst oder sogar auf sie zuläufst. Halte zu jeder Zeit einen respektvollen Abstand ein, denn: du bist nur Gast in ihrer natürlichen Umgebung! Meide eingezäunte Weideflächen, da diese exklusiv für die Tiere reserviert sind, beachte Hinweisschilder und verlasse keine ausgewiesenen Wanderwege. Wenn auf deinem Weg Weidezäune und Gatter liegen, schließe diese hinter dir.

Triffst du bei einer Wanderung auf Kühe, bleibe ruhig und aufmerksam.

Kein Streichelzoo

Große Augen, weiches Fell und eine feuchte Nase, die alles beschnuppert: Heumilchkühe sind oft entzückend anzusehen, besonders die Kälbchen. So verlockend es für Erwachsene und viele Kinder ist, die niedlichen Tiere zu streicheln, so gefährlich kann diese unbedachte Handlung sein. Die meisten Kühe möchten nicht von Fremden angefasst werden und verteidigen ihren Nachwuchs mit Nachdruck. Verständlich, denn: Möchtest du von Passanten getätschelt werden oder sehen, wie ein Fremder dein Kind streichelt? Eben. Beachte diesen Hinweis auch bei kleineren Weidetiere wie Heumilchziegen und Schafen: Diese stellen aufgrund ihrer Größe meist keine unmittelbare Gefahr dar, können Kinder aber ohne weiteres umstoßen.

Mit Hund unterwegs

Der beste Freund des Menschen ist oft treuer Begleiter bei Wanderungen und Ausflügen. Wenn du mit deinem Hund in den Bergen unterwegs bist, führe ihn jedoch unbedingt an der Leine. Für Weide- und Wildtiere ist nämlich auch der sanfteste Familienhund ein Wolf und damit ein natürlicher Feind.

Umgehe grasende Kühe wenn möglich großräumig. Sollte sich dennoch eine Gefahrensituation einstellen und ein Angriff drohen, lasse den Hund von der Leine. Er ist schnell und kann davonlaufen. Die Kuh verfolgt dennoch eher den Hund als den Menschen, daher kannst du dich dann unauffällig zurückziehen, während du die Kuh immer im Blick behältst. Ist der „Störfaktor“ Hund außer Sicht, beruhigen sich auch die Kühe meist wieder. Wenn nicht:

Gebrüll hilft gegen die Gefahr

Bevor eine Kuh zum Angriff übergeht, warnt sie zuerst mit Drohgebärden: Sie hebt und senkt den Kopf, schnaubt und fixiert ihr Ziel. Wenn du dieses Verhalten beobachtest, entferne dich wenn möglich in ruhigem Tempo vom Ort des Geschehens. Spätestens wenn die Kuh sich dir nähert, ist es aber Zeit zu reagieren. Wichtig: Gib dem ersten Impuls, so schnell wie möglich davonzulaufen, nicht nach. Kühe sind zwar massig, sie können aber schneller laufen, als man denkt. Versuche das Tier mit lautem Schreien und Gebrüll einzuschüchtern. Wende ihm in keinem Fall den Rücken zu, bis du nicht in sicherer Entfernung bist oder die Kuh das Weite gesucht hat. Ziehe dich am besten Schritt für Schritt zurück und behalte sie immer im Auge.

Heumilchkuh auf der Weide

Weide- und Gründland schützen

In den meisten Fällen und unter Beachtung der obigen Tipps wird ein Treffen zwischen Mensch und Kuh nicht zu Gefahr führen. Hingegen kannst du als Wanderer indirekt durchaus zur Bedrohung für die Tiere werden. Einerseits als Hundebesitzer: Manche Hunde sind mit dem Parasiten „Neospora Caninum“ infiziert, den sie über ihren Kot auf den Wiesen und Weiden an Kühe übertragen können. Der Erreger ist weltweit der Hauptgrund für Fehlgeburten bei Kühen. Um dieses Leid aus reiner Unachtsamkeit zu vermeiden, stelle sicher, dass du Hundehäufchen sorgsam und vollständig von der Wiese entfernst. Aber auch ohne eigenen Vierbeiner gilt es, deine natürliche Umgebung zu achten. So schön die gepflegten Grünlandflächen für Spaziergänger und Wanderer sind – vergiss nicht, dass sie wertvolle Nahrung für Heumilchkühe bieten und ein wichtiger Rückzugsort für viele Kleinlebewesen sind. Achte die Artenvielfalt, indem du die Gräser, Kräuter, Tiere und Pilze betrachtest, aber nichts mitnimmst oder hinterlässt. So genießt du deine sportliche Auszeit im Einklang mit der Natur.

 

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