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Langsam, aber sicher schüttelt sie ihren Ruf ein ungeliebtes Unkraut zu sein ab: Die Zaunwicke. Unsere Heumilchbäuerin Kathi erklärt uns in der zweiten Ausgabe der Heumilchkräuterkunde, was sie an dieser Pflanze so schätzt

Lateinischer Name: Vicia sepium

Weitere Namen: Wicke, Sommerwicke, Taubenwicke

Familie: Hülsenfrüchtler, Unterfamilie: Schmetterlingsblütler

Saison: Blütezeit Mai – Juni, manchmal sogar bis August

Merkmale: Eiweißreich, schwach giftig, rotviolette bis trübblaue Kronblätter, 4 bis 8 paarige Blätter, bilden Ranken aus, mit denen sie sich hochschlängeln und an anderen Pflanzen festhalten.

Vorkommen: Auf nährstoffreichen, dichten Böden mit sonnigen Standorten

Eigenschaften: Regt den Stoffwechsel an, hoher Eiweiß- und Vitamingehalt

Verwendbare Teile: Blätter, Triebe, Wurzeln zum Räuchern und Samen für Weitersaat

ACHTUNG! Die jungen Blüten, Blätter und Triebe sind essbar. Die Hülsenfrüchte mit den darin enthaltenen Samen sind allerdings leicht giftig und sollten nicht verzehrt werden.

Magische Bedeutung: Frühere Kräuterweiblein nutzten die positiven Energien der Zaunwicke für Heilrituale und Räucherungen in Häusern. Dazu wurden die getrockneten Blüten und die Wurzeln verwendet. Sie galten als Tribut für die guten Geister im Haus. Sie schützten vor Krankheiten und halfen bei Heilungsprozessen. Zumindest Letzteres könnte am hohen Eiweiß- und Vitamingehalt einer Zaunwicke liegen.

Heumilchwiese_Zaunwicke

Allgemeines: Die Kronblätter sind sehr fest verschlossen. Nur die kräftigsten Hummeln schaffen es diese aufzubrechen. Erdhummeln beispielsweise beißen die Kronblätter auf und gelangen so an den Nektar.

Wicken zählen wie Erbsen zur Familie der Hülsenfrüchtler, den sogenannten Leguminosen. Diese Pflanzenart ist reich an Vitaminen, Protein und Mineralstoffen, enthalten aber gleichzeitig auch ein schwaches Gift, das durch Erhitzen verloren geht. Leguminosen sind Pflanzen, die in Symbiose mit Knöllchenbakterien leben. Diese sitzen an den Wurzeln und helfen der Pflanze bei der Nährstoffaufnahme.

Artenvielfalt_Zaunwicke

 

Wer bei Knöllchenbakterien an Krankheiten denkt, der irrt. Speziell Landwirt*innen freuen sich über Leguminosen (dazu zählen übrigens auch alle Kleearten) in ihrem Bestand, weil sie extrem wertvoll sind, denn sie binden den in der Luft enthaltenen Stickstoff im Boden. Dazu müssen sie allerdings in Symbiose mit den Knöllchenbakterien arbeiten. Als Gegenleistung erhalten sie von der Wicke Wasser und organische Stoffe.

Verwendung in der Küche: Ihr hoher Eiweißgehalt macht die Zaunwicke zu einem interessanten Wildgemüse und begeistert Liebhaber der naturnahen Küche. Ein kleines Highlight am Gaumen sind die Blüten und jungen Triebe. Als Beigabe zum Salat oder als essbare Dekoration von Sekt, Wasser und Fruchtsäften, bringen die Blüten Farbe in den kulinarischen Alltag. Die zarten Triebe überraschen mit einem milden Aroma, das an junge Erbsen erinnert.

Blätter, junge Triebe und Blüten der Zaunwicke sind für den menschlichen Genuss geeignet. Die Blüten können während der gesamten Wachstumsperiode gesammelt werden. Triebe und Blätter sollten möglichst jung geerntet werden.

Die Samen hingegen sind schwach giftig und dürfen deshalb keinesfalls gegessen werden.

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