Wein mit Heumilch-Käse: Ein Klassiker wird niemals alt

Edler Wein und feiner Heumilch-Käse – es gibt wohl kaum eine kulinarische Kombination, die so bekannt ist und gleichzeitig immer wieder aufs Neue zum Experimentieren einlädt. Ob Rot-, Weiß-, Rose- oder Schaumwein: Für jede Weinsorte gibt es den perfekten Käsepartner.

„Käse macht erst geschickt die Zunge, um Wein zu schmecken“, hielt der deutsche Dramatiker Heinrich von Kleist schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts fest. Damit gehört er jedoch keineswegs zu den Ersten, die um den Genuss von Wein mit Käse wussten. Bereits seit Jahrhunderten wird in Europa Weinbau betrieben und die Weinbereitung (Vinifikation) erforscht. Vom prickelnden Schaumwein bis zum komplexen Rotwein gibt es heute verschiedenste Weinstile, die es zu entdecken gilt – am besten mit der passenden Käsebegleitung.

Ein besonderes Mundgefühl

Was macht die Kombination aus Heumilch-Käse und Wein so einzigartig? Heinrich von Kleist hatte tatsächlich recht mit seiner Beobachtung, dass Käse die Zunge optimal auf den Weingenuss vorbereitet. Während viele Weine durch ihre Adstringenz alleine genossen ein trockenes Mundgefühl hinterlassen würden, wird dieser Reiz durch die cremige Konsistenz und den Fettgehalt des Käses ausgeglichen. Der Käse sorgt also wirklich für Harmonie auf der Zunge.

Vom Naheliegenden zum Passenden

Welcher Wein besonders gut zu welchem Käse passt, ist eine Frage, die Gourmets seit Jahrhunderten beschäftigt. In früheren Zeiten galt das einfache Motto: Es passt zusammen, was verfügbar war, sprich aus derselben Region stammt. So entstand etwa in Frankreich die weltweit beliebte Kombination aus mittelkräftigen Weichkäsen wie Camembert und fruchtigen Rotweinen des burgundischen Stils. In Österreich hingegen isst man gerne kräftigen Bergkäse zu gereiftem Grünem Veltliner.

Es überrascht kaum, dass beide Kombinationen auch aus Sicht der Foodpairinig-Experten sehr gut zusammenpassen. Eine detaillierte Übersicht, welche Heumilch-Käse perfekt mit welchen Weinen harmonieren, findet man in unserer Fibel „Heumilch-Käse und seine Freunde“.

Für experimentierfreudige Feinschmecker hier drei weniger bekannte Kombinationen, die besonderen Genuss garantieren:

Fruchtiger Rotwein mit mildem Frischkäse

Diese Kombination gilt als Geheimtipp. Vor allem zu topfigen Varianten dieser Käsegruppe wie Ziegen- oder Schafkäserollen lässt Rotwein mit samtig-weichem Tannin (Zweigelt, Dornfelder, Merlot) ein angenehmes Gaumengefühl entstehen.

Orange-Weine mit gehaltvollem Schnitt-/Hartkäse und vielschichtigem Hartkäse

So prägnant Struktur und Aroma von Orange-Weinen* sind, so faszinierend ist ihre Eigen-schaft als Käsebegleiter. Konzentrierte Heumilch-Käse wie gereifter Schnittkäse mit Rotkultur oder über 12 Monate gereifter Bergkäse gewinnen in seiner Begleitung an Ausdruck und Raffinesse und so ist ein spannendes Gaumenerlebnis regelrecht vorprogrammiert.

Prickelnder Schaumwein mit Sauermilchkäse

Graukäse mit Champagner? Diese Kombination überrascht, aber vor allem fruchtbetonte Schaumweine (Brut, Extra Dry) erweisen sich zu den verschiedenen Facetten des Käses als harmonisch. Überdies werden die reifebedingten Unterschiede im Käseteig zum spannenden geschmacklichen Element.

*„Orange Wines“, „Artisan Wines“ oder „Natural Wines“;außergewöhnliche Weine, die auf neue – oder eigentlich alte – Art und Weise erzeugt werden. Orange Weine werden aus weißen Trauben hergestellt, nach dem Pressen wird die Traubenschale jedoch nicht entfernt. Dadurch entsteht die orangene Farbe des Weins.

 

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