Heumilchbäuerin aus Leidenschaft: „Man hat einen ganz neuen Blickwinkel!“

Dass Magdalena Stadler einmal jeden Tag um vier Uhr morgens aufstehen würde, um in den Stall zu gehen, hätte sich die junge Salzburgerin vor einigen Jahren wohl noch nicht träumen lassen. Gemeinsam mit ihrer großen Liebe Hans Peter hat sie im Herbst den Hof der Schwiegereltern übernommen. Ein großer Schritt, der für Magdalena, die zuvor im Gastgewerbe tätig war, umso spannender ist.

„Ich komme zwar von keiner Landwirtschaft, aber ich hatte immer schon eine sehr enge Verbindung zu Tieren. Mich um sie zu kümmern, an der frischen Luft zu sein – das hat mich von klein auf glücklich gemacht“, erzählt die 27-jährige Heumilchbäuerin von ihrer Leidenschaft. Obwohl sie als Kind mit Kleintieren aufwuchs, wählte sie beruflich einen anderen Weg: Nach einer Lehre arbeitete sie acht Jahre lang im Gastgewerbe und absolvierte nebenbei die Matura. „In dieser Zeit hatte ich fast vergessen, wie gerne ich mit Tieren arbeite!“, blickt Magdalena zurück. Trotzdem konnte sie in dieser Zeit einige Erfahrungen sammeln, die ihr heute helfen: An wenig Urlaub, flexible Arbeitszeiten und Wochenend-Dienste hatte sich die junge Frau in ihrem Beruf bereits gewöhnt.

Lernen im Tun

Als Magdalena vor fünf Jahren ihren Freund kennenlernte, der damals schon tatkräftig am Heumilch-Bauernhof seiner Eltern mitarbeitete, stand bald fest, dass sie diesen Weg gemeinsam gehen würden: „Ich habe nie daran gezweifelt, dass wir das gemeinsam schaffen werden und bin auch sehr froh, dass unser zweijähriger Sohn hier aufwachsen kann. Der Hof ist ein wahres Paradies für Kinder!“

Gleichzeitig ist der Bio-Heumilchbauernhof aber auch eine Herausforderung, wie Magdalena zugibt. Erst im Herbst 2020 übernahm sie mit Hans Peter den Betrieb von den Schwiegereltern, ein Umbau des Stalls ist bereits in Planung. „Man lernt im Tun, anders kann ich es nicht beschreiben. Ohne die Hilfe meiner Schwiegereltern ginge es aber nicht, wir führen den Betrieb zu viert. Es ist ein gutes Gefühl, nicht alles alleine schaffen zu müssen,“ ist Magdalena froh um den Rückhalt in der Familie.

Arbeit, die glücklich macht

Neben der regulären Arbeit im Stall wie Ausmisten, Melken und Füttern der Heumilchkühe und die Versorgung der 15 Hühner kümmert sich Magdalena besonders intensiv um die Kälber. „Ich gehe deshalb zu Mittag extra nochmal in den Stall, um sicher zu sein, dass alle Kälbchen wohlauf sind,“ erzählt die Heumilchbäuerin.

Am Nachmittag gibt es dann meist eine kurze Pause, bevor es wieder in den Stall geht. „Wenn ich Zeit finde, backe ich gerne Brot und mache andere Sachen. Aber für mich ist die Arbeit mit den Tieren an sich einfach wunderschön. Wenn ich sehe, wie sie zufrieden auf der Weide stehen, macht mich das stolz und glücklich!“ freut sich Magdalena. Auch im Winter können die Heumilchkühe der Stadlers selbst entscheiden, ob sie an die frische Luft möchten oder lieber im gemütlichen Stall bleiben.

Neuer Blickwinkel

Gemütlich und etwas ruhiger, so nimmt auch Magdalena die Winterzeit am Heumilchbauernhof wahr. Bevor im Sommer wieder geheut wird – ihr Schwager unterstützt die Familie dabei ­– sind die Aufgaben im Moment gut zu schaffen. Ob sie manchmal Zeit hat, Freunde zu treffen? „Natürlich. Nicht alle Freunde von früher haben etwas mit der Landwirtschaft zu tun, aber das ist kein Problem. Ich habe in den letzten Jahren auch viele neue Leute kennengelernt. Als Bäuerin schaut man anders, man denkt anders. Das ist einfach ein ganz anderer Blickwinkel,“ fasst Magdalena ihr neues Leben als Heumilchbäuerin zusammen.

 

 

 

 

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