Im Einklang mit der Natur
Die Heuwirtschaft ist seit jeher geprägt durch nachhaltiges, auf Generationen aufgebautes Denken und Handeln. Die Arbeit der Heumilchbäuerinnen und Bauern ist an den Lebensraum im Berggebiet und deren Ausläufe angepasst und nutzt lokal verfügbare Ressourcen.
Schützt die Artenvielfalt
Der Schutz der Artenvielfalt unterschiedlicher Wiesen- und Weidenarten ist ein maßgeblicher Teil der Heuwirtschaft. Deswegen setzen Heumilchbetriebe auf eine mosaikartige Bewirtschaftung. Die Flächen werden nicht auf einmal gemäht, sondern zeitlich gestaffelt und räumlich versetzt. Dadurch bleibt für Bienen, Schmetterlinge und Niederwild stets Lebensraum erhalten. Zudem lassen Heumilchbäuerinnen und Bauern ihre Wiesen und Weiden reifen und mähen viele Flächen erst, wenn eine Vielzahl der Gräser und Kräuter in voller Blüte steht. Ein wichtiges Kriterium, wenn es um die Bestäubung und den Fortbestand unterschiedlichster Pflanzen geht. Dafür werden sogar ein bis zwei Schnitte pro Sommer weniger in Kauf genommen.
Bewahrt wertvolle Böden
Durch die Bewirtschaftung des Dauergrünlands bleibt Kohlenstoff im Boden gebunden, der bei Umbruch, z.B. zu Acker, als CO2 in die Atmosphäre entweichen würde. Aufgrund des hohen Humusgehalts speichern Wiesen und Weiden in oberen Bodenschichten pro Hektar etwa ein Drittel mehr Kohlenstoff als Ackerböden. In tieferen Bodenschichten speichern Grünlandböden sogar mehr als der durchschnittliche Waldboden.
Mehr fürs Tierwohl
Das Wohlbefinden der Tiere ist ein zentrales Anliegen der Heumilchbäuerinnen und Bauern. Einen maßgeblichen Beitrag leistet dazu die artgemäße Fütterung mit frischen Gräsern und Kräutern im Sommer sowie Heu im Winter. Vergorene Futtermittel wie Silagen sind streng verboten. Zudem sind ausreichend Platz und Bewegungsmöglichkeiten für das Tierwohl von großer Bedeutung. Heumilchkühe haben mindestens 120 Tage im Jahr Zugang zu Weide oder Auslauf oder werden im Laufstall gehalten. Ein dauerndes Anbinden ist verboten.