Heumilch ist gut für die Natur
Vor dem Hintergrund des Klimawandels suchen immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten nachhaltig erzeugte Produkte. Sie wollen wissen, woher ihre Lebensmittel kommen, wie sie hergestellt werden und erkundigen sich nach dem Wohlergehen der Tiere. Diese Kundenwünsche nach Nachhaltigkeit und Tierwohl stehen im Einklang mit der Wirtschaftsweise der Heumilchbäuerinnen und Bauern.
Heumilch im Kontext der SDGs der Vereinten Nationen
Um gemeinsam in eine nachhaltige Zukunft zu gehen, haben die Vereinten Nationen in der Agenda 2030 siebzehn Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDGs) definiert. Die ARGE Heumilch beteiligt sich aktiv an diesem Prozess und hat das System der Heuwirtschaft im Kontext der SDGs vom „Zentrum für globalen Wandel und Nachhaltigkeit“ an der Universität für Bodenkultur Wien analysieren lassen. Die Ergebnisse der Studie zeigen einmal mehr die positiven Leistungen der Heuwirtschaft für den Schutz der Artenvielfalt und des Klimas auf.
Förderung der Artenvielfalt
Der Erhalt der Artenvielfalt, unterschiedlicher Wiesen- und Weidenarten sowie von wichtigem Lebensraum für Tiere ist ein essenzieller Teil der Heuwirtschaft. Deswegen setzen Heumilchbäuerinnen und Bauern auf eine kleinflächige, mosaikartige Bewirtschaftung. Dabei werden nicht alle Flächen auf einmal gemäht, sondern zeitlich gestaffelt und räumlich versetzt. Dadurch bleibt für Bienen, Schmetterlinge und Niederwild stets Lebensraum erhalten.
Zur Förderung der Artenvielfalt lassen Heumilchbäuerinnen und Bauern ihre Wiesen und Weiden reifen und mähen viele Flächen erst, wenn eine Vielzahl der Gräser und Kräuter in voller Blüte
steht und die Artenvielfalt am größten ist. Ein wichtiges Kriterium, wenn es um die Bestäubung und den Fortbestand unterschiedlichster Pflanzen geht. Dafür werden sogar ein bis zwei Schnitte pro Sommer weniger in Kauf genommen.
Schutz des Klimas
Durch die Bewirtschaftung des Dauergrünlands bleibt Kohlenstoff im Boden gebunden, der bei Umbruch, z.B. zu Acker, als CO2 in die Atmosphäre entweichen würde. Aufgrund des hohen Humusgehalts speichern Wiesen und Weiden in oberen Bodenschichten pro Hektar etwa ein Drittel mehr Kohlenstoff als Ackerböden. In tieferen Bodenschichten speichern Grünlandböden sogar mehr Kohlenstoff als der durchschnittliche Waldboden.
Die BOKU-Studie belegt außerdem, dass die Kuh per se kein Klimakiller ist, da es stark auf die Systeme der Tierhaltung und Futterbereitstellung ankommt. Eine standortangepasste Tierhaltung mit hohem Grünlandfutteranteil wie die Heuwirtschaft ist daher eine zukunftsfähige Form der Rinderhaltung. Auf die bewirtschaftete Fläche bezogen weist die Heuwirtschaft insgesamt ein um 40% geringeres Treibhauspotenzial auf als industrialisierte Systeme.
Schont Ressourcen und pflegt die Böden
Kleine Tierbestände – im Schnitt 17 Kühe – ergeben moderate Düngemengen und schonen den Boden sowie den Wasserkreislauf. Zudem sind gentechnisch veränderte Futtermittel aus Übersee verboten.
Mehr Tierwohl
Kühe müssen wiederkäuergerecht gefüttert werden, um gesund zu bleiben. Deshalb sorgen Heumilchbäuerinnen und Bauern für die artgerechte Fütterung der Milchtiere – im Sommer mit frischen Gräsern und Kräutern, im Winter mit Heu. Außerdem ist eine dauernde Anbindehaltung untersagt. Laufställe, Auslauf oder Weide sorgen für ausreichend Bewegung der Tiere – und das an mindestens 120 Tagen im Jahr. Da Kühe im Durchschnitt 12 bis 14 Stunden täglich ruhen und dabei wiederkäuen, wird am Heumilchbauernhof dafür gesorgt, dass jede Kuh im Stall über ihren eigenen Liegeplatz verfügt. Ein weiterer Vorteil sind die kleinen Bestände der Höfe. So können Heumilchbäuerinnen und Bauern ganz persönlich auf die individuellen Bedürfnisse ihrer Kühe eingehen – dazu zählt auch die Förderung der Tiergesundheit. Alle Heumilchbäuerinnen und Bauern haben einen Beratungsvertrag mit einem Tierarzt, der bei regelmäßigen Kontrollen vorbeugend das Wohlergehen der Heumilchkühe überprüft.